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Archiv: Helen Dahm, die Mystikerin (Ausstellung 2010/11)
 
   
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Die Ausstellung wurde vom Kunsthistoriker Sandi Paucic zusammengestellt, der auch die audiovisuelle Einführung in die Ausstellung (Dauer 8 min. / Flash-Video) gestaltet hat.
 
Die Künstlerin Helen Dahm (1878-1968), die einen Grossteil ihrer langen Schaffenszeit im Zürcher Oberländer Dorf Oetwil verbracht hat, nahm mit ihrem umfangreichen künstlerischen Werk wesentlichen Anteil an der Schweizer Moderne. Ihr Schaffen, in dem sie verschiedenste Einflüsse verarbeitete, wurde bereits 1954 von der Stadt Zürich durch die Verleihung des Kunstpreises gewürdigt. Dahms Entwicklung reicht von spätromantischen und kunsthandwerklichen Anfängen bis hin zu einem eigenständigen Expressionismus.

Den wohl unmittelbarsten Impuls erhielt sie während ihres Aufenthalts in München 1906-1913 durch die Gruppe des ‚Blauen Reiters’. Doch auch der Tachismus, eine besondere Form der ungegenständlichen Malerei, die in den 1950er Jahren von Frankreich aus ging, blieb von ihr nicht unbeachtet: Sie gehörte zu den ersten, die sich in der Schweiz intensiv damit auseinandersetzten.

Trotz der stilistischen Breite ist Helen Dahms Werk eher durch eine Konstanz in den Themen und Motiven charakterisiert, die sie immer wieder umkreiste. Helen Dahm war nicht nur eine bemerkenswerte Blumenmalerin, eine Landschaftsmalerin des Zürcher Oberlandes und eine Orientalistin, die immer wieder aus ihrer Indienreise von 1938/39 schöpfte. Sie war nebst alldem vor allem eines: Eine grosse Malerin des Mystischen.

Der Schau des Göttlichen im Irdischen aber auch in der menschlichen Seele sind zahllose ihrer Gemälde gewidmet. Helen Dahm war zeitweise eine suchende Christin, die um eine Erneuerung der religiösen Malerei rang. So hat sie oft Christusdarstellungen und Bibelszenen gemalt, vor allem bekannt sind auch ihre sehr persönlich gestalteten Marienbilder. Aber nicht nur christliche und von ihrem Indienaufenthalt inspirierte spirituelle Werke zeugen von ihrer ungebrochenen Sehnsucht nach der Bildwerdung des Überirdischen und der Suche nach einer Weltharmonie. Auch in der Natur erschaute sie immer wieder Momente des Erhabenen. Selbst die Sonnenblumen in ihrem Garten können in Helen Dahms Bildern eine auratische Kraft entfalten und so zum Spiegelbild einer universellen Energie werden. Die Ausstellung zeigt aber auch jene grossartige, vor dunklem Blau leuchtende ‚Wolke’ aus der Stadtzürcher Kunstsammlung. Die Suche der Künstlerin fand auch Form in den abstrakten ‚Kreisenden Meteoren’, welche sie in ihrer Spätphase malte. Das Bild befindet sich im Besitz des Kunstmuseums des Kantons Thurgau, ist nun aber für die Dauer der Ausstellung wieder zu Gast in Oetwil.

Sandi Paucic
 

 
"Die Wolke"
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Helen Dahm Museum Oetwil am See - www.helen-dahm.ch (c) 2018